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Wein und Frieden - Akademie & Gymnasion

ORDO EQUESTRIS VINI EUROPAE
Akademie & Gymnasion

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Peter Hochwald

Wein und Frieden

Wenn wir ein Glas Wein in die Hand nehmen, dann halten wir nicht nur ein Getränk. Wir halten ein Stück Geschichte, ein Stück Erde, ein Stück Menschheit. Wein begleitet die Menschen seit Jahrtausenden – von den alten Kulturen Mesopotamiens über die Römer und Griechen bis hin zu den Winzern in unseren heutigen Regionen.

Und in all diesen Epochen war Wein nie nur Nahrungsmittel. Er war Symbol, Ritual, Zahlungsmittel und auch ein Mittel der Verständigung. Man könnte sagen: Wein hat die seltene Fähigkeit, Grenzen zu überschreiten und Brücken zu schlagen – zwischen Menschen, Ländern und Kulturen.

Darum lohnt es sich, ihn zu besingen und über ihn nachzudenken. Denn der Wein zeigt uns, wie wir – bei aller Verschiedenheit – zu Freiheit, Frieden, Freundschaft und Freude gelangen können.

Und bei diesem Convent geht es vor allem um Wein und Frieden. Denn zurzeit beherrscht kein Thema mehr die Menschen als der Frieden – in all seinen Facetten und unterschiedlichen Zugängen zum Frieden – ob man ein Verteidigungsministerium in Kriegsministerium umbenennt, sich Kriegsminister nennt, oder Grenzen dorthin verschieben möchte wo sie früher waren – und was ist mit den Grenzen vor diesem „Früher“? oder die Religion zur Unterdrückung des eigenen Volkes einsetzt – wir Weinritter haben einen anderen Zugang: Unsere Brücke ist der edle Wein der die Menschen zusammenbringt, und der Freundschaften und Freude und damit Frieden stiftet.

Daher sind Weinritter equites pacis, also Ritter des Friedens, die sich für einen „reinen, unbelasteten Frieden“ einsetzen der weder durch Politik oder Konfession oder durch wirtschaftliche Standesinteressen kontaminiert ist.

Wir Weinritter freuen uns direkt über die Vielfalt der Menschen so wie über die Vielfalt beim edlen Wein, um dann das Gemeinsame, Verbindende in den Mittelpunkt zu stellen über das Trennende hinaus.

Und auch historisch gesehen gibt es kaum einen besseren Brückenbauer zum Frieden als den edlen Wein:
Weinbau ist eine Kultur der Geduld. Eine Rebe trägt erst nach einigen Jahren Früchte. Ein guter Wein braucht Zeit zum Reifen. Wer Wein anbaut, muss langfristig denken, vorausschauen, mit der Natur im Einklang arbeiten. All das gelingt nur in einem friedlichen Umfeld.

Und auch der Weinbau an sich hat oft Brücken gebaut, wo politische Grenzen trennen wollten. Denken wir an die Südsteiermark und Slowenien oder an den Weinbau rund um den Neusiedlersee im Burgenland und in Ungarn oder an die großen Weinregionen am Rhein, die sich über Deutschland und Frankreich erstrecken. Dort, wo einmal Konflikte tobten, trinken heute Menschen beiderseits des Flusses, des Sees, der Grenzen den selben Wein, und besuchen die selben Weinfeste, und pflegen die selbe Tradition.

Ein Glas Wein kann uns also nicht nur von Reben und Flüssen, sondern auch von Versöhnung erzählen. Es zeigt uns: Frieden wächst, wenn wir miteinander anstoßen statt gegeneinander kämpfen.

Jede Flasche Wein ist eine kleine Botschafterin. Sie erzählt von Böden, von Winzern, von Regionen. Aber sie erzählt auch von unserer gemeinsamen Menschlichkeit. Sie lädt uns ein, Vielfalt als Reichtum zu sehen, Frieden zu bewahren, Freundschaften zu knüpfen und Freude zu teilen und dieses wunderbare Leben in Freiheit zu erleben.

Und so wurde vom Ordo Equestris Vini Europae der Friedenspreis „Gallus Pacis“ gestiftet.

Und nachdem wir uns unserem Ordensmittelpunkt respektvoll, gebührlich, aber auch ausführlich und mit offenem Herzen zugewendet haben, wird unser Ordenschef, der Generalconsul und Magister Generalis in seiner Funktion als Hochmeister des Ordo Equestris Vini Europae über den von ihm gestifteten Friedenspreis „Gallus Pacis“ sprechen.


IHDV Senator Rektor P. Hochwald


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